Warriors nach 40 Jahren wieder NBA-Champion
Die One-Man-Show von Superstar LeBron James war am Ende nicht genug. Die Golden State Warriors sind neuer Meister der Basketball-Liga NBA. Vor allem dank Wirbelwind Stephen Curry und Coach Steve Kerr. Cleveland muss dagegen weiter warten.
Zehn Sekunden vor dem Ende kapitulierte auch LeBron James vor den ĂŒbermĂ€chtigen Warriors um Stephen Curry. Beim Stand von 97:104 im sechsten NBA-Finale verlieĂ der Superstar der Cleveland Cavaliers das Parkett der heimischen Arena und ĂŒberlieĂ dem Gast aus Oakland den Titel.
Nicht aber ohne zuvor Golden States Ausnahmespieler Curry und Warriors-Coach Steve Kerr zum NBA-Titel zu gratulieren. Clevelands Fans feierten James mit lauten Sprechchören, doch die One-Man-Show des 30-JÀhrigen reichte am Ende nicht. Die Warriors setzten sich mit 105:97 durch und machten damit ihre erste Meisterschaft in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga seit 40 Jahren perfekt.
„Ich bin sprachlos. Die TrophĂ€e in den HĂ€nden zu halten, nach all der harten Arbeit die gesamte Saison ĂŒber, ist etwas Spezielles“, sagte Curry. Das Duell der Superstars mit James entschied er am Ende vor allem auch deshalb fĂŒr sich, weil er mehr UnterstĂŒtzung von seinen Teamkollegen bekam. James war bei den Cavs vor allem nach den verletzungsbedingten AusfĂ€llen von Kevin Love und Kyrie Irving auf sich allein gestellt, Golden State ĂŒberzeugte wie schon die gesamte Saison ĂŒber auch in der Best-of-Seven-Serie des Finales als geschlossene Mannschaft. „GlĂŒckwunsch an die Golden State Warriors. Sie waren das ganze Jahr das beste Team“, schrieb auch Dirk Nowitzki via Twitter.
Von Beginn an dominierten Curry und seine Teamkollegen auch die letzte Partie. Vor allem dank ihrer starken Offensive setzten sich die GĂ€ste aus Kalifornien ab und fĂŒhrten nach dem ersten Viertel mit 13 Punkten. Zwar kĂ€mpften sich die Cavaliers - natĂŒrlich angefĂŒhrt James - bis zur Halbzeit noch einmal auf 43:45 heran, doch die Warriors lieĂen sich nicht mehr ernsthaft nervös machen. Grinsend schrie Curry seine Mitspieler nach der Gratulation von James immer wieder an: „Was! Was!“
Der zweimalige NBA-Champion James muss seinen groĂen Traum vom Titelgewinn in seinem Heimatstaat Ohio damit mindestens um ein Jahr verschieben. „Wir haben alles gegeben, aber wir hatten einfach nicht so viel Talent wie sie“, fasste James die Serie zusammen. In seinen insgesamt sechsten NBA-Finals musste James zum vierten Mal dem Gegner den Meisterring ĂŒberlassen.
Wie schon im Finale mit Miami 2011 gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks gab es die entscheidende Niederlage fĂŒr James und Co im sechsten Spiel daheim. „Es ist egal, ob ich in Miami, Cleveland oder auf dem Mars spiele - du verlierst in den Finals und du bist enttĂ€uscht“, sagte James, der auf 32 Punkte und 18 Rebounds kam. Die Fans hĂ€tten ihm trotz der Niederlage als Trostpreis immerhin die Ehrung als wertvollster Spieler (MVP) der Finalserie gegönnt. Doch die Bill Russell TrophĂ€e bekam etwas ĂŒberraschend Andre Iguodala, der gegen James hervorragende Defensivarbeit geleistet hatte und beim entscheidenden Sieg mit Curry die meisten Punkte erzielte (25).
„Es war eine lange Reise und es war eine groĂartige Saison“, meinte Iguodala. Er ist der erste Finals-MVP der NBA-Geschichte, der kein Spiel der Vorrunde von Beginn an bestritten hat. Warriors-Trainer Steve Kerr musste den Olympiasieger sogar zu Saisonbeginn ĂŒberreden, dass er als Bankspieler wertvoller fĂŒr das Team ist.
Es war eine von so vielen richtigen Entscheidungen des Coaches. Nach fĂŒnf Meisterschaften als Spieler mit den Chicago Bulls und den San Antonio Spurs holte sich Kerr nun die erste als Trainer und schaffte damit gleich etwas ganz Besonderes. Der 49-JĂ€hrige ist der erste Coach seit Pat Riley 1982 mit den Los Angeles Lakers, der in seiner ersten NBA-Saison Champion wurde.
Kerrs Team gewann im Laufe der Saison insgesamt 83 Spiele - die drittmeisten in der NBA-Geschichte. Nur die Chicago Bulls (1995/96 und 1996/97) waren zweimal noch erfolgreicher. Kerr gehörte damals jeweils zum Team. „Ich erinnere mich noch daran, wie wir nach Oakland kamen und gegen miserable Warriors-Mannschaften gespielt haben. Deshalb freue ich mich heute besonders fĂŒr unsere treuen Fans“, meinte Kerr.
Auf der Homepage der NBA ging der Blick derweil nach vorn. „Das Goldene Zeitalter beginnt“, hieĂ es dort. Denn die LeistungstrĂ€ger des Teams, Curry (27) und Klay Thompson (25), kommen gerade erst in ihre besten Jahre. Die Chancen sind daher gut, dass sie in Oakland diesmal keine 40 Jahre bis zum nĂ€chsten NBA-Titel warten mĂŒssen.
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