Die Frauen des TSV 1880 Wasserburg sind erneut deutscher Meister - zum ersten Mal ungeschlagen.
Erst 55 Sekunden vor der Schlusssirene durften die besten Spielerinnen das Parkett verlassen, um sich feiern zu lassen. Erst da stand fest, dass der neue und alte deutsche Meister TSV 1880 Wasserburg heiĂt. Am Ende gewannen die Basketball-Frauen aus Oberbayern das dritte Finalspiel der Best-of-5-Serie gegen Saarlouis Royals 98:87 (41:43) nach VerlĂ€ngerung und beendeten die nationale Saison erstmals in der Klubhistorie ohne Niederlage - die Mannschaft von Trainer Bastian Wernthaler gewann alle ihre 31 Saisonspiele, inklusive Pokalendspiel. "Das ist eine phĂ€nomenale Leistung", sagte Wasserburgs Managerin Gaby Brei hinterher.
Die dritte Meisterschaft nacheinander bedeutete gleichzeitig auch das Ende der Ăra Wernthaler, fĂŒr den Cheftrainer war es das letzte Spiel in dieser Funktion, er wird kĂŒnftig die Nationalmannschaft trainieren. "Einen schöneren Abschied kann es nicht geben", sagte der Rechtsanwalt. Doch bis seine Spielerinnen den Siegerpokal ihren HĂ€nden halten konnten, mussten sie erst einmal eine intensive, ja eine dramatische Partie ĂŒberstehen. Lange Zeit fĂŒhrten die GĂ€ste aus Saarlouis. Erst zwei Minuten und 35 Sekunden vor dem Ende hatte Nicole Romeo fĂŒr Wasserburg ausgleichen können. Es war dann Aufbauspielerin Shey Peddy, die ihr Team erstmals im Schlussviertel in FĂŒhrung bringen konnte. Doch der Vorsprung reichte nicht fĂŒr die regulĂ€re Spielzeit. Es musste also die fĂŒnfminĂŒtige VerlĂ€ngerung die Entscheidung bringen. Und in der schwang sich dann Emma Cannon (30 Punkte) zur prĂ€genden Wasserburger Spielerin auf.
2. Basketball-Bundesliga
Meisterschaft, Aufstieg: OsnabrĂŒck schlĂ€gt Göttingen
Die Girolive-Panthers OsnabrĂŒck sind Meister der 2. Basketball-Bundesliga und steigen in die Frauen-Bundesliga auf. Im dritten und entscheidenden Spiel der Playoff-Finalserie schlugen sie die Veilchen Ladies der BG Göttingen mit 61:54. Um 19.46 Uhr brachen alle DĂ€mme in der OSC-Halle nach einem hochdramatischen Schlussviertel, in dem die GĂ€ste noch einmal furios zurĂŒckkamen.
Der Tip-off gehörte Göttingen, der erste Steal Melina Knopp, aber Emma Duinkers Wurf fiel im ersten OSC-Angriff nicht in den Ring. Jana LĂŒcken brachte Göttingen so nach 48 Sekunden in FĂŒhrung, OSC-KapitĂ€nin Juliane Höhne glich nach 1:03 Minute aus. Sie war es auch, die nach 3:08 Minuten OsnabrĂŒcks erste FĂŒhrung (6:4) erzielte, Duinker und Janina Wellers erhöhten auf 10:4 (nach 4:33 Minuten). Göttingens Trainer Ondrej Sykora nahm die erste Auszeit, was die OSC-Frauen kurz aus dem Rhythmus brachte. Die Panthers schnappten sich besser die abspringenden BĂ€lle unter den Körben, trafen aber nicht mehr so konstant. Nicole Jones mit vier Punkten in Folge brachte die BG heran, Monique Smalls verkĂŒrzte auf 11:12 von der Freiwurflinie. Den Schlusspunkt des ersten Viertels setzte RĂŒckkehrerin Britta Worms drei Sekunden vor dem Ende mit dem 14:11. Nach mehreren Monaten in Australien stand sie erstmals wieder auf dem Feld.
OSC-Spielmacherin Angela Pace zeigte zu Beginn des zweiten Abschnitts Nerven, vergab zwei FreiwĂŒrfe, aber fand Wellers beim 16:13 (11:32). Smalls‘ erste Punkte aus dem Spiel und Birte Benckers FreiwĂŒrfe brachten Göttingen in Front (17:16/12:17 Minuten). Pace antwortete umgehend. Nach schnell wechselnden Ein-Punkt-FĂŒhrungen brachte Wellers‘ Dreipunktspiel den OSC wieder mit zwei ZĂ€hlern nach vorn (23:21/13:51 Minuten). Bencker glich von der Freiwurflinie aus (23:23/14:32 Minuten), Alysa Horn und Knopp sorgten fĂŒr das 27:23 (16:16 Minuten), aber der OSC war zu hektisch, um die FĂŒhrung mit ruhig aufgezogenen Angriffen auszubauen. Ein Fast-Break ĂŒber Wellers und Knopp fand dann doch ins Ziel: 2:01 Minuten vor der Halbzeit waren die Panthers 31:25 vorn. Der erste Dreier der Partie durch Horn brachte den OSC sogar 35:27 in Front, Corinna Dobroniak brachte vor der Halbzeit aber noch einen Freiwurf im Korb unter. Mit 35:28 ging es in die Pause.
Göttingen kam besser aus der Kabine: Keine halbe Minute war gespielt, als Jones punktete. OsnabrĂŒck brachte seine ersten Angriffe nicht im Korb unter, fand keinen Weg durch die Verteidigung der Veilchen Ladies. GlĂŒck fĂŒr den OSC, dass auch Göttingen nicht hochprozentig traf. Dennoch schmolz der Vorsprung. Smalls traf einen ihrer beiden FreiwĂŒrfe zum 35:33 (23:03 Minuten). Als OsnabrĂŒcks Trainer Christian Kaiser nach 3:46 Spielminuten noch keine Punkte seines Teams gesehen hatte, nahm er die Auszeit. Es half zunĂ€chst nicht, aber auch Göttingen produzierte Fehler. Nach 5:13 Minuten lieĂ Knopp die Panthers-Fans erstmals nach der Pause jubeln (37:33). Horn lieĂ einen Freiwurf folgen. Göttingen presste intensiver, gab OsnabrĂŒck keinen Platz mehr unter dem Korb. Erneut sorgte Horn vorĂŒbergehend fĂŒr ein bisschen Erleichterung. Die Veilchen Ladies wollten den Anschluss erzwingen, trafen aber nicht aus der Distanz. Knopps FreiwĂŒrfe brachten 12,4 Sekunden vor Ende des dritten Viertels zumindest die 42:36-FĂŒhrung nach einem Leistungsabfall der Panthers mit vielen Ballverlusten.
Die Kulisse hatte das richtige GespĂŒr: Die Anfeuerung wurde intensiver, als Höhne zum 44:36 traf. Jones stellte den alten Abstand wieder her. Göttingen bearbeitete die Panthers, Worms lieĂ sich davon nicht aufhalten (46:38/32:00 Minuten). Bencker traf im Gegenzug nur einen Freiwurf. Pace erhöhte auf 48:39, Worms machte den Vorsprung von der Freiwurflinie aus zweistellig, Höhne legte mit zwei FreiwĂŒrfen nach (51:39/34:15 Minuten). Gelaufen war die Partie noch nicht: Göttingen mobilisierte die letzten KrĂ€fte, der OSC tat sich schwer. Smalls brachte die BG auf 46:54 heran (37:16 Minuten), Nach einem OSC-Fehlpass und Smalls‘ Alleingang war die FĂŒhrung auf sechs ZĂ€hler zusammengeschmolzen (54:48/37:54 Minuten). Bei den Panthers lief die Wurfuhr ab – es wurde wieder hochdramatisch wie in den Playoff-Finalpartien zuvor. Smalls verkĂŒrzte auf 50:54 (38:47 Minuten). 50,5 Sekunden standen auf der Anzeigetafel, als Göttingens Sykora erneut eine Auszeit nahm und sein Team auf die Zielgerade einschwor. Jones verwarf, schickte Worms, die den Rebound holte, an die Linie. Die behielt die Nerven, traf zum 56:50 bei nur noch 42,7 Sekunden zu spielen. Auch Smalls traf nicht, dafĂŒr Duinker von der Freiwurflinie zum 58:50 (39:30 Minuten). Nach Benckers Freiwurf (58:51, 26,1 Sekunden zu spielen) holte Kaiser sein Team zur Auszeit zusammen – Knopp zeigte Nerven, traf nur einen Freiwurf. Lucia ThĂŒring traf Göttingens ersten Dreier (59:54, 19 Sekunden zu spielen), Knopp machte es danach besser von der Linie (61:54). ThĂŒrings abgeblockter Dreier brachte den Panthers den Aufstieg.
Wasserburg wieder Meister
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