Basketball Trotz Euroleague-Sieges: ALBA nach Krawallen geschockt
Der ALBA-Heimsieg in der Euroleague gegen Galatasaray Istanbul wurde von schweren Ausschreitungen ĂŒberschattet. Die Jagdszenen im Vorfeld des wichtigen Erfolgs konnte erst ein Polizeieinsatz stoppen.
Jagdszenen beim Basketball, Familien in Angst - dieser Abend mit wilder Fan-Randale in Berlin war ein Schock-Erlebnis. Der 75:68 (38:26)-Sieg in der Euroleague gegen Galatasaray Istanbul wurde fĂŒr Gastgeber ALBA Berlin zur Nebensache.
Vor dem am Donnerstag fĂŒr 21.00 Uhr geplanten Spielbeginn waren etwa 30 Galatasaray-AnhĂ€nger ĂŒber die TribĂŒnen gestĂŒrmt. Auslöser war wohl ein politisches Plakat, mit dem einige AnhĂ€nger auf die HaupttribĂŒne geflĂŒchtet waren. Die Szenerie verlagerte sich in Richtung ALBA-Block. Dort eskalierte die Situation. Plötzlich gingen die AnhĂ€nger des GĂ€steteams auch auf die ALBA-Fans los.
Es flogen StĂŒhle, einige prĂŒgelten sich auch mit Fahnenstangen. Erst der Polizei, die nach eigenen Angaben mit 130 Beamten im Einsatz war, gelang es schlieĂlich, die tĂŒrkischen AnhĂ€nger vom ALBA-Block abzudrĂ€ngen. Die SicherheitskrĂ€fte in der Halle waren ĂŒberfordert.
Die 12 821 Zuschauer waren geschockt, einige Besucher verlieĂen die O2 World. WĂ€hrend der Ausschreitungen waren alle Spieler auf dem Feld. «ZunĂ€chst hab ich das gar nicht mitbekommen, erst als die StĂŒhle flogen», sagte ALBA-KapitĂ€n Alex King. Co-Trainer Milenko Bogicevic schnappte sich seine beiden Kinder und brachte sie in Sicherheit. Die Euroleague leitete wegen der VorgĂ€nge ein Disziplinarverfahren ein. Es werde nicht gegen einen der beiden Clubs ermittelt, die VorfĂ€lle sollten zunĂ€chst analysiert werden.
Mit der Möglichkeit solcher GewaltausbrĂŒche hatte offensichtlich niemand gerechnet. «So etwas hab' ich in meinen 40 Jahren, die ich das schon mache, noch nicht erlebt», erklĂ€rte der sichtlich geschockte ALBA-Manager Marco Baldi. «Wenn Leute in der Halle oder auch einem Stadion sind, die Krawall wollen, kann man sich nur schwer dagegen wappnen.»
Es ist nicht das erste Mal, dass Galatasaray Probleme mit seinen Fans hat. In dieser Saison mussten die TĂŒrken als Strafe schon drei Geisterspiele bestreiten, nachdem vor dem Spiel gegen Roter Stern Belgrad ein GĂ€stefan niedergestochen worden war und spĂ€ter seinen Verletzungen erlag.
Laut einer Polizei-Mitteilung hat es in Berlin einen Verletzten gegeben, der sich im Krankenhaus ambulant behandeln lieĂ. Nach langen Beratungen entschied man, unter der Auflage zu spielen, dass bei erneuten ZwischenfĂ€llen sofort abgebrochen wird. Die Partie begann mit einstĂŒndiger VerspĂ€tung. Der Galatasaray-Block blieb bis zum Spielende unter Polizei-Bewachung.
Der Sport wurde zur Randnotiz: Mit dem ALBA-Sieg haben die Berliner ihre Viertelfinal-Chancen gewahrt. Trainer Sasa Obradovic war froh, dass sein Team die Situation meistern konnte: «Auch wenn es schwierig war, vor dem Spiel den Fokus zu behalten. Aber wir haben einen Weg gefunden, Basketball zu spielen.»
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