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In Las Vegas umkreist von Talentspähern

Sechs deutsche Basketball-Profis spielen bei der "Summerleague" für die NBA-Klubs vor

Der Umstand, dass er wegen der "Summerleague" auf sechs Akteure verzichten muss, passt dem Basketball-Bundestrainer Emir Mutapcic gar nicht. Doch der USA-Trip nach Las Vegas hat durchaus Vorteile.

Emir Mutapcic ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Der 54-Jährige ist erstmal nur ein Zwischen-Bundestrainer und soll als solcher die deutsche Basketball-Nationalmannschaft erfolgreich durch die EM-Qualifikation (10. bis 27. August) führen. Die Gegner Polen, Österreich und Luxemburg sind dabei nicht unbedingt furchteinflößend. Die Probleme, denen sich Mutapcic stellen muss, sind interner Natur.

Neben verletzten Spielern wie beispielsweise den Ulmern Philipp Schwethelm und Per Günther oder den NBA-Veteranen Dirk Nowitzki und Chris Kaman muss der Bundestrainer in der Vorbereitung auf die Qualifikation gleich auf sechs Akteure verzichten, die in Las Vegas ihr Glück versuchen.

Bei der so genannten Summerleague wollen sich Danilo Barthel (Frankfurt), Elias Harris, Daniel Theis (beide Bamberg), Niels Giffey (Berlin) und Tim Ohlbrecht (Fort Wayne/USA) für einen NBA-Klub empfehlen. Zudem nimmt Dennis Schröder, der bereits eine Saison bei den Atlanta Hawks in der nordamerikanischen Profiliga gespielt hat, an der Talentschau teil.

Mutapcic sind die Träume der Spieler ein Dorn im Auge: "Objektiv sehe ich nicht, dass einer von ihnen den Sprung in die NBA schafft." Er würde das Sextett deshalb lieber im Kreise der Nationalmannschaft sehen. Zumindest Schröder hat es jedoch bereits geschafft, einen Vertrag bei einem NBA-Klub zu erhalten und eine Saison in Amerika verbracht - auch, wenn er immer mal wieder in die Development-League, der Ausbildungsliga der NBA, versetzt wurde.

In Las Vegas soll er nun den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. "Ich bin hier, um das Team anzuführen", erklärt Schröder, der die meiste Einsatzzeit der deutschen Akteure bei dem Turnier verzeichnet. Der 20-Jährige glänzt nicht nur als Anführer, sondern auch als Vollstrecker. Bei der 92:94-Niederlage gegen eine Auswahl der D-League erzielte er 30 Punkte. Schröder soll möglichst schnell zur Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) stoßen. "Nach der Summerleague mache ich ein paar Tage Pause. Wenn ich dann körperlich fit bin, reise ich zur Nationalmannschaft", sagt der Aufbauspieler, der in einem Punkt mit Mutapcic nicht einer Meinung ist.

In seinen Augen gibt es durchaus Deutsche, die den Sprung in die NBA schaffen können. "Daniel Theis bekam in den ersten Spielen zwar nicht so viel Einsatzzeit, aber er hat aus meiner Sicht das Zeug für die NBA", so Schröder über seinen Kumpel aus gemeinsamen Braunschweiger Zeiten.

Theis trägt in Las Vegas das Trikot der Washington Wizards und wird bereits seit einiger Zeit von den Talentspähern der NBA-Klubs beobachtet. Der Bamberger will ebenfalls sofort nach der Summerleague zur Nationalmannschaft reisen. Für die Aussagen Mutapcics hat der 22 Jahre alte Forward Verständnis: "Klar, als Bundestrainer kann ihm das nicht passen, dass wir hier sind. Aber ich bin mir sicher, dass er auch für uns Verständnis hat." Zumal Theis in seiner Zeit bei den Wizards ebenfalls neue Erfahrungen sammelt: "In Deutschland gehöre ich zu den athletischsten Spielern. Hier sind fast alle Spieler so athletisch."

Er muss seine Spielweise der neuen Situation anpassen. Nachdem Theis zu seiner Enttäuschung in der zweiten Partie gar nicht ran durfte, konnte er in den vergangenen Spielen zeigen, was er kann - und wusste durchaus zu überzeugen. Dabei kam es gegen die Miami Heat zu einem deutschen Duell mit Danilo Barthel, der für den entthronten NBA-Meister aufläuft.

Der 22-Jährige, der erst kurz vor der Summerleague erfahren hat, dass er dabei ist, schätzt seine Chancen auf eine Karriere in den USA realistisch ein. "Die NBA ist noch weit weg. Das ist noch ein langer Weg." Doch auch für ihn gilt: Die Erfahrungen, die er in der Summerleague macht, bringen ihn als Spieler weiter. Davon profitiert letztlich auch die Nationalmannschaft - und Emir Mutapcic.


Harris bleibt bei Mavericks, Boozer zu den Lakers


Nachdem Dirk Nowitzki seinen Vertrag bei den Dallas Mavericks vor wenigen Tagen verlängert hatte, zog Devin Harris nach. Der Point Guard hat bei den Mavericks um vier Jahre verlängert. Die Los Angeles Lakers freuen sich indes über einen Neuzugang: Der in Aschaffenburg geborene Carlos Boozer kommt von den Chicago Bulls.

Harris begann seine NBA-Karriere vor zehn Jahren in Dallas. Durch einen Spielertausch wurde der 31-Jährige in Februar 2008 nach New Jersey transferiert. Weitere Etappen seiner Karriere hatte der 1,91 Meter große Aufbauspieler in Utah und Atlanta, ehe er 2013 nach Texas zurückkehrte. Die erste Hälfte der vergangenen Spielzeit verpasste Harris aufgrund einer Verletzung am Fuß, konnte in der Folge aber sein Können beim NBA-Meister von 2011 erneut unter Beweis stellen. Der neue Kontrakt soll Harris umgerechnet gut 12 Millionen Euro während der gesamten Vertragslaufzeit einbringen.

Griffin hat sich bewährt.

Zudem holten die Mavericks Small Forward Eric Griffin verpflichtet. Der 24-Jährige hat in der NBA Summer League zuletzt vier Spiele für das Team von Superstar Dirk Nowitzki gemacht und dabei im Schnitt 9,8 Punkte verbucht. Über die Vertragslaufzeit machten die Texaner keine Angaben.

Griffin ist in der besten Liga der Welt ein unbeschriebenes Blatt. Vor der abgelaufenen Saison hatte der US-Amerikaner sieben Testspiele für Miami Heat absolviert, doch der damalige Meister setzte ihn schnell wieder vor die Tür. Danach spielte Griffin für Gauros de Lara in Venezuela und Leones de Ponce in Puerto Rico.

Boozer zu den Lakers

Die Los Angeles Lakers gaben am Donnerstag bekannt, Carlos Boozer von den Chicago Bulls an sich gebunden zu haben. "Carlos ist ein Veteran, ein erfahrener All-Star und eine willkommene Ergänzung in unserem Team", sagte Mitch Kupchak, General Manager der Lakers. Zum Tragen kommt bei diesem Transfer die sogenannte Amnestie-Klausel, durch die sich die Bulls nach vier Jahren von Boozer trennen konnten, ohne dass sein Gehalt bei der Berechnung der Gehaltsobergrenze mehr berücksichtig wird - ausgezahlt bekommt es der Routinier dennoch, 16,8 Millionen Dollar. In einem stillen Bieterverfahren konnten sich Klubs, die noch genügend Spielraum bis zum Gehaltslimit hatten, um den 32-Jährigen bemühen. Boozer soll in L.A. 3,25 Millionen Dollar erhalten. Durchschnittlich erzielte er pro Spiel 15,5 Punkte und neun Rebounds in 280 Einsätzen für die Bulls.


Basketball-WM: Titelverteidiger USA kommt mit seinen Superstars

Titelverteidiger USA setzt bei der Basketball-WM in Spanien (30. August bis 14. September) gleich reihenweise auf Superstars aus der Profiliga NBA. Im 19-köpfigen Aufgebot für das Trainingscamp in Las Vegas (28. Juli bis 1. August) stehen große Namen wie Kevin Durant (Oklahoma City Thunder), Derrick Rose (Chicago Bulls) oder Blake Griffin (Los Angeles Clippers). Auch Chandler Parsons, neuer Teamkollege von Dirk Nowtzki bei den Dallas Mavericks, wurde in den vorläufigen WM-Kader berufen.

Der gerade von Miami Heat zu den Cleveland Cavaliers zurückgekehrte Superstar LeBron James ist im Team von Trainer Mike Krzyzewski wie bereits vor längerer Zeit angekündigt nicht dabei. Auch Carmelo Anthony (New York Knicks) fehlt. Der viermalige Weltmeister USA trifft bei der Endrunde im Spielort Barakaldo auf die Türkei, Neuseeland, die Dominikanische Republik, Finnland und die Ukraine.


Filmpräsentation "Der perfekte Wurf"

Basketball-Superstar Nowitzki begeistert die Frankfurter

Ein deutscher Sportheld beehrt Frankfurt: Basketball-Superstar Dirk Nowitzki präsentierte "seinen" Dokumentarfilm - und eroberte die Hessen mit seiner sympathischen Art im Sturm.

Das «Bälle in einen Korb werfen» hat Dirk Nowitzki zu einem gemachten Mann gemacht. Eins haben die vielen Millionen Dollar nicht geschafft: Seinen Charakter zu verändern. Der heute 36-jährige Basketball-Star der Dallas Mavericks ist der nette Junge von nebenan geblieben.

In der Öffentlichkeit steht der gebürtige Würzburger nicht so gern. Kein Wunder, dass er sich zierte, als er zum ersten Mal hörte, ein Film solle über ihn gedreht werden. «Erstens bin ich ein privater Mensch, zweitens ist mein Leben doch langweilig», waren seine Argumente. «Dann hab ich mich doch gefügt», sagte Nowitzki am Donnerstag bei der Präsentation «seines» Films «Nowitzki - Der perfekte Wurf» in Frankfurt am Main.

Das 104 Minuten lange Werk des Regisseurs Sebastian Dehnhardt, der sich mit Filmen über die Box-Weltmeister Klitschko und «Das Wunder von Bern - Die wahre Geschichte» einen Namen machte, will Nowitzki nicht als Denkmal sehen. Sein sportlicher Ehrgeiz ist trotz der 36 Lebensjahre und 16 Spielzeiten in der härtesten Basketball-Liga ungebrochen. Für drei Jahre verlängerte er gerade seinen Vertrag bei den Dallas Mavericks, für die er seit 1998 auf Korbjagd geht. Er fühlt sich den Texaner und Club-Eigner Mark Cuban in Freundschaft verbunden und verpflichtet.

Um noch einmal wie beim einzigen Titelgewinn 2011 ein starkes Team an den Start der NBA zu bringen, verzichtet Nowitzki auf viele Millionen Dollar. Insider sprechen von 35 Millionen, was Nowitzki nicht bestätigt. «Im Alter muss man auch mal auf Geld verzichten», sagte der 2,13 Meter lange Basketballer mit einem breiten Lächeln.

Dallas setzte das eingesparte Geld in neue Spieler wie Chandler Parsons und Tyron Chandler um, die in der Gehaltshierarchie am Würzburger vorbeizogen. «Ich fühle mich trotzdem respektiert», erklärte Nowitzki, der die «Mavs» zu den vier, fünf besten Mannschaften in der Western Conference zählt. «Die Jahre nach dem Titelgewinn 2011 sind so dahingeplätschert. Jetzt haben wir die richtigen Signale gesetzt.»

Eine Rückkehr in die Nationalmannschaft schließt Nowitzki nicht komplett aus. Er sieht aber terminliche Probleme für die EM 2015. Deshalb will er das Gespräch mit den Verantwortlichen des Deutschen Basketball-Bundes suchen. An den Einsatz-Spekulationen sei er selbst schuld. «Ich habe nie so richtig den Deckel draufgemacht.» Er sei immer mit Spaß dabei gewesen und bezeichnete die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking als «eine der besten Erfahrungen meines Lebens». Die nächsten Spiele in Rio seien da schon verlockend, auch wenn er dann bereits 38 Jahre alt ist.

«Seinen» Film hat Nowitzki noch nicht in voller Länge gesehen. Er weiß noch nicht, was NBA-Größen wie Kobe Bryant, Steve Nash, Michael Finley, seine Eltern, ehemalige Wegbegleiter, seine Frau Jessica und sein Mentor, Manager und Förderer Holger Geschwindner über ihn erzählen. «Das hebe ich mir auf, ich will den Film zusammen mit den Fans sehen», erklärte Deutschlands bester Basketballer. Kleinere Sequenzen wurden auf der Pressekonferenz bei seinem Sponsor gezeigt, bis zur Premiere in Köln muss sich Nowitzki noch bis zum 16. September gedulden. Zwei Tage später läuft das Nowitzki Epos dann in allen deutschen Kinos an.

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