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Euroleague

Deutliche Niederlage gegen Moskaus Millionentruppe

Wo beim letzten Euroleague-Spiel die Fans von Galatasaray Istanbul Sitze und Wandverkleidung des Audi Domes herausgerissen hatten, blieb diesmal ein Großteil der Ränge leer. Und die wenigen Fans des ZSKA Moskau sahen zu, wie diesmal die Basketballer des FC Bayern demoliert wurden - mit 61:86.

Die Russen, mit rund 45 Millionen Euro Etat der Krösus der Euroleague und Titelfavorit, erteilte den Bayern eine schmerzhafte Lektion. Heißt: Nach zwei Siegen zu Beginn der Top 16-Hauptrunde jetzt die dritte Pleite in Folge. Da brachte auch die Fußball-Fraktion – neben Präsident Uli Hoeneß drückten Sportvorstand Matthias Sammer, Bastian Schweinsteiger und Javier Martínez die Daumen – kein Glück.

Angeführt vom überragenden Aufbauspieler Milos Teodosic fegte phasenweise ein eiskalter russischer Sturm über Bayern hinweg. Der Serbe hatte beim 23:40 zur Pause schon 16 Punkte auf dem Konto, darunter vier Dreier. Hätte er seine beiden restlichen Dreier-Versuche getroffen, hätte er alleine so viele Zähler gesammelt wie die Bayern zusammen. Am Ende war er mit 24 Punkten Topscorer.

Bayerns bester Werfer war Malcolm Delaney (16). Die Lehrstunde der millionenschweren Russen war ein Fingerzeig an die Bayern, dass es noch ein weiter Weg ist an die europäische Spitze. Die nächste Riesenaufgabe wartet derweil schon: Der nächste Gegner in der Euroleague heißt Maccabi Tel Aviv – und spielt auf Augenhöhe mit Moskau und Real Madrid.


Albas 40-stündige Chaos-Reise ans Schwarze Meer

Zweimal keine Landeerlaubnis, zweimal umgeleitet, dann ab in den Bus. Die Fahrt zum Spiel in der Ukraine wurde für Alba Berlin zu einer Odyssee. Die gute Nachricht: Die Basketballer sind angekommen.

"Sie habens geschafft!" lautete die Botschaft, die Alba Berlin am frühen Donnerstagmorgen via Twitter übermittelte. Wohlbehalten, hieß es da weiter, seien die Spieler des Basketball-Bundesligisten im ukrainischen Juschne angekommen. Dazu gab es noch ein Foto, auf dem ein Spieler zu sehen ist, der kurz nach dem Verlassen eines Reisebusses die Hände vor sein Gesicht hält – offenbar geschockt ob der klirrenden Kälte.

Das Foto dokumentierte das Ende einer Anreise, die zu einem Spiel in der Eurocup bei Chimik Juschne eigentlich nur fünf Stunden dauern sollte. Am Ende dann aber mehr als 40 Stunden in Anspruch nahm.

Eigentlich wollten die Berliner bereits am Dienstagnachmittag am Schwarzen Meer ankommen, doch eine vereiste Landebahn in Odessa, das rund 30 Kilometer von Juschne – einer Hafenstadt mit knapp 24.000 Einwohnern – entfernt liegt, machte dieses Vorhaben zunichte. Die Mannschaft kreiste im Flugzeug eine Stunde über der Stadt und musste dann wieder umdrehen. Auch die anschließend geplante Landung in Kiew war wegen eines Schneesturms nicht möglich.

Außentemperaturen von minus 25 Grad

Letztendlich flog die Mannschaft um Trainer Sasa Obradovic, der am Mittwoch 45 Jahre alt wurde, nach Charkow und wollte sich von dort aus am Mittwochmorgen ins mehr als 600 Kilometer entfernte Juschne aufmachen, wo am späten Nachmittag die Begegnung im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb der Basketballer hätte stattfinden sollen. In Charkow hatte Sportdirektor Mithat Demirel kurzfristig ein Hotel organisiert, in dem es bei Außentemperaturen von minus 25 Grad immerhin beheizte Zimmer und noch etwas zu essen gab.

Doch auch am Mittwoch gab es Probleme, ein geplanter Flug nach Odessa wurde am Morgen gestrichen. Erst um 13.30 Uhr hob der Alba-Tross ab, aber die Berliner konnten erneut nicht in Odessa landen und wurden nach Kiew umgeleitet. Am Abend hätte nun eigentlich das Eurocup-Spiel steigen sollen, was kurzerhand dann abgesagt wurde. Stattdessen ging die Odyssee für Alba weiter. "Auf geht's also in die Nacht. Der Wahnsinn geht weiter", übermittelte Alba via Twitter.

Auf Anordnung der Verantwortlichen der Eurocup musste sich das Alba-Team samt Betreuerstab mit dem Bus von Kiew auf den Weg nach Odessa machen. "Sonst hätte es Sanktionen gegeben", teilte Alba mit. "Wir sind mit dem Bus durch das Schneegestöber gefahren und mindestens an zehn liegengebliebenen LKWs vorbei", berichtete Demirel am Donnerstagmorgen über die letzte Etappe von Kiew nach Juschne. Die Fahrt dauerte knapp acht Stunden.

Am Donnerstag um 19.00 Uhr deutscher Zeit wurde das Spiel angepfiffen, die Berliner gewannen 68:65 nach Verlängerung und qualifizierten sich damit vorzeitig für die nächste Runde. Die Rückreise verlief dann wesentlich unspektakulärer: Am Freitag um 11.45 Uhr wurden das Basketballteam am Flughafen Tegel zurückerwartet.

Bamberg unterliegt Ankara auch zu Hause

Der deutsche Basketball-Meister Brose Baskets Bamberg hat im Eurocup die Tabellenführung verloren. Am vierten Spieltag unterlag die Mannschaft von Trainer Chris Fleming Ankara Kolejliler mit 84:94 (36:49) und musste die Türken vorbeiziehen lassen. Vor einer Woche hatten die Oberfranken schon im Hinspiel den Kürzeren gezogen (68:81).

Nach dem vierten Spieltag der Top-32-Runde ist Euroleague-Absteiger Bamberg mit der Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen nur noch Dritter hinter Ankara (3:1) und Dinamo Basket Sassari aus Italien (2:2). Zwei Teams aus jeder Vierergruppe kommen ins Achtelfinale.

Bamberg führte schnell mit 8:0, konnte aus dem Traumstart aber nichts machen und lag zur Pause klar zurück. Nach einer Aufholjagd (62:63/29.) ließ der Bundesliga-Zweite die Türken wieder davonziehen. Bester Werfer der Bamberger vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften "Frankenhölle" war Rakim Sanders mit 15 Punkten.

Alba Berlin war derweil nicht im Einsatz, das Spiel bei Chimik Juschne wurde wegen eines Schneesturms in der Ukraine abgesagt. Der Pokalsieger musste am Mittwochabend mit dem Bus von Kiew nach Odessa reisen, da am Zielort keine Flugzeuge landen konnten. Es war geplant, dass die Begegnung am Donnerstag nachgeholt wird.


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